Die Top 10 der teuersten Restaurants der Welt

Wenn man sich die weltweite Gastronomie-Szene anschaut, sind Drei-Sterne-Restaurants nicht unbedingt die teuersten Gourmettempel. Denn häufig geht es sowohl den Betreibern als auch den Gästen um mehr als herausragendes Essen und eine exklusive Wein- und Getränkeauswahl. Prestige und das Bewusstsein, etwas Einmaliges zu erleben, spielen ebenfalls eine Rolle. Ob die Kosten und das Genusserlebnis dann noch in einem annehmbaren Verhältnis zueinander stehen, muss jeder für sich selbst abwägen.

Gibt es allgemeine Regeln, wie teuer ein Hauptgericht in einem guten Restaurant sein darf? Legt jemand fest, wieviel ein hervorragendes Steak in der gehobenen Küche maximal kosten sollte? Natürlich nicht. Zahlreiche Küchenchefs verlangen 175.-, 200.- und mehr Euro für ein Menü, ohne dies explizit zu begründen. Deshalb ist es auch schwierig, eine allgemeingültige Liste der teuersten Lokalitäten zu erstellen.

Wieviel Gänge werden serviert? Drei, fünf, sieben oder mehr? Welche Preise werden für Wein aufgerufen und welche Steuern und Gebühren muss der Betrieb abführen? Was kostet die Anreise und eventuell der Aufenthalt in einem Hotel für den Gast? All diese Ausgaben lassen sich nicht exakt berechnen und mit dem Gegenwert abgleichen. Deshalb kann unsere Liste lediglich eine Momentaufnahme sein und beansprucht keine vollständige Richtigkeit.

Platz 10: „Restaurant de l’Hôtel de Ville“ in Crissier

Patronne Brigitte Violier und ihr Küchenchef Franck Giovannini betreiben das wohl teuerste Restaurant in der Schweiz, weltweit reicht es aber „nur“ für Platz 10. Der Gast kann ein Menü bestellen oder auf Wunsch à la carte speisen. Er bekommt auf jeden Fall erstklassig zubereitete Grundprodukte von herausragender Qualität serviert.

Da kosten Erdbeersuppe, Medaillons vom blauen Hummer an Zitrusfrüchten, gefolgt von einem Kalbskotelett mit Morcheln und Käse vom Wagen schon mal 260.- Euro. Zu teuer? Schwer zu sagen. Ein Hochgenuss ist es allemal.

Hotel de Ville

 

Platz 9: „Sukiyabashi Jiro Honten“ in Tokio

Jiri Ono ist mit seinen mittlerweile 92 Jahren eine Legende und gilt als einer der besten Sushiköche überhaupt. In seinem Restaurant in Japans Hauptstadt dauert das Vergnügen gute zwanzig Minuten, dann sind die kleinen exquisiten Happen in den Magen gewandert.

Dafür ruft der Meister 32.400 Yen, umgerechnet etwa 270.- Euro, auf. Nun gut, seine Sushibar führt drei Michelin-Sterne. Trotzdem kann man darüber diskutieren, ob das Preis-/Leistungsverhältnis angemessen ist. Nicht wenige notorische Kritiker behaupten, dass es in Tokio ähnlich gutes Sushi zu deutlich moderateren Preisen gibt.

Platz 8: „Noma“ in Kopenhagen

Das „Noma“ wurde in diesem Jahrzehnt vom Restaurant Magazine bereits viermal zum besten Restaurant der Welt erhoben. Küchenchef René Redzepi bevorzugt kreative Interpretationen der nordischen Küche, die häufig zu ungewöhnlichen Kompositionen führen.

Wie es in vielen sehr teuren Restaurants der Fall ist, gibt es auch hier keine Wahl à la carte. Der Gast bekommt, was es gibt – sofern er denn einen Platz ergattert. Denn auch mit Reservierung dauert es eine Weile, bis man hier ein Menü genießen kann – für umgerechnet rund 312.- Euro.

Platz 7: „Ithaa“ auf den Malediven

Bevor man das „Ithaa“ betritt, sollte man erst einmal tief Luft holen, denn das Restaurant liegt fünf Meter unter Wasser im Ozean. Der Ausblick aus der Glasröhre auf die Meeresflora und -fauna ist wirklich einzigartig. Für 355.- Euro inklusive Steuern – mittags ist es deutlich günstiger – bekommt der Gast dazu eine gehobene internationale Küche, die zum Teil mit lokalen Produkten zubereitet wird.

Sous-vide gegartes Fleisch vom Kalb mit schwarzem Knoblauch, Kaviar oder Stopfleber mit Trüffeln sind nur eine kleine Auswahl der angebotenen Speisen. Äußerste Exklusivität ist im Preis inbegriffen: Das „Ithaa“ bietet Platz für lediglich 14 Gäste.

Platz 6: „Alain Ducasse au Plaza Athénée“ in Paris

Was Patron Alain Ducasse und sein Küchenchef Romain Meder in ihrem Restaurant bieten, ist in jeder Hinsicht spektakulär, selbst für eine Gourmet-Metropole wie Paris. Das liegt nicht nur an der exquisiten Küche, sondern zu einem großen Teil auch am extravaganten Ambiente der Räumlichkeiten.

Alainducasse

Für drei halbe Gänge, Dessert und Käse verlangt Ducasse 395.- Euro. Dafür gibt es zum Beispiel Seezunge mit Spargel und Seeanemonen, bretonische Langustinen mit Kaviar oder junge Rübchen aus den Gärten des Château de Versailles. Wie hoch der Anteil für den optischen Genuss des Mobiliars und des Designs ist, wurde bisher allerdings nicht überliefert.
Foto: Alain Ducasse au Plaza Athénée.

Platz 5: „The Araki“ in London

Das „Araki“ in Englands Hauptstadt ist ein japanisches Drei-Sterne-Restaurant, das von Mitsuhiro Araki, einem ausgewiesenen „Oyakata“ (zu deutsch Sushi-Meister), betrieben wird. Exklusivität ist auch hier garantiert: Es gibt nur zehn Plätze am Tisch des Chefs und nur ein einziges Menü und nur Sushi. Änderungsmöglichkeiten sind nicht vorgesehen.

Man hat also durchaus einen direkten Kontakt zum Patron – sofern man sich nicht allzusehr verspätet. Überschreitet man die Grenze von 30 Minuten, wird man nicht mehr zugelassen, darf aber trotzdem den vollen Preis bezahlen – der liegt derzeit bei rund 400.- Euro. Außerdem gibt es zwei Seatings, das erste um 18.00 Uhr, das zweite um 20.30 Uhr.

Platz 4: „Masa“ in New York

New York gehört nicht gerade zu den Städten der unteren Preisklasse. Das japanische Restaurant „Masa“ schafft es jedoch, seine Konkurrenz zu toppen. 595.- Dollar – das sind ca. 530 Euro – ruft Küchenchef Masayoshi Takayama für den einzelnen Gast auf, Steuern und Getränke nicht inbegriffen.

Im Gegenzug kann man sich das Trinkgeld sparen, denn das wird ausdrücklich nicht akzeptiert. Ein absolutes Tabu ist es auch, Fotos in den Räumlichkeiten zu machen. In den Menükarten findet der Feinspitz köstliche kleinen Happen, die über einen Zeitraum von etwa zwei Stunden serviert werden.

Platz 3: „Ultraviolet“ in Shanghai

Mit allen Sinnen genießen – im „Ultraviolet“ wird dieser Spruch Wirklichkeit. Küchenchef Paul Pairet aus Frankreich hat 15 Jahre an seinem Konzept gefeilt, mit dem er den Gourmets dieser Welt nun in Shanghai eines der spannendsten Erlebnisse der gehobenen Küche serviert.

Es gibt nur einen Tisch für zehn Personen, die Wände ringsherum und der Tisch selbst sind Projektionsflächen, auf denen passend zum jeweiligen Gang Fotos und Filme präsentiert werden. Gibt es Wild, sitzen die Gäste im Wald, es herrscht eine neblige Atmosphäre und es duftet sogar nach Wald. Die Speisekarten beinhalten Gerichte aus der ganzen Welt.

Zu Meeresfrüchten rauschen Wellen auf den Leinwänden und Brandung tost aus Lautsprechern. Dieses multisensorische Ereignis lässt sich Pairet mit 550.- Euro entlohnen – dafür erlebt der Gast alles mögliche, nur keinen konventionellen Restaurantbesuch.

Platz 2: „Kyoto Kitcho Arashiyama“ in Kyoto

Und noch ein Japaner unter den Top 10. Küchenchef Kunio Tokuoka kann nicht nur drei Michelin-Sterne für seine Kochkünste vorweisen, sondern auch fünf rote Bestecke, die für höchsten Komfort und ein luxuriöses Ambiente stehen. Für die verschiedenen Menüs, die schnell mal auf zehn Gänge kommen, verlangt der Meister rund 615.- Euro pro Person – dafür gibt es aber japanische Küche vom Feinsten.

Platz 1: „Sublimotion“ auf Ibiza

Der Spitzenreiter dieser Liste hat seinen Sitz auf der spanischen Insel Ibiza. Küchenchef Paco Roncero empfängt seine Gäste in einer coolen Atmosphäre und versammelt sie zu zwölft – mehr Plätze gibt es nicht – um einen einzigen Tisch. Man sitzt auf Stühlen mit Rollen und kann sich fühlen wie der Teilnehmer eines futuristischen Meetings.

Wenn da nicht die zwei Michelin-Sterne und das Zwölf-Gänge-Menü wären, die aus einem Abend im „Sublimotion“ ein unvergessliches kulinarisches Erlebnis machen, zu dem sich weitere sensorische Genüsse gesellen, denn Roncero arbeitet auch mit zahlreichen Soundanlagen und Projektoren, um seine Gäste zu verwöhnen.

Wer hier speisen will, muss sich selbst was gönnen können – das rund dreistündige Dinner kostet 1.500.- Euro. Ein kleiner Trost: Alles was man in Weinkarten und Getränkekarten findet ist im Preis inbegriffen.

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