Aureus in Frankfurt: Genussmomente im Goldmuseum

Die ohnehin üppige Frankfurter Museumslandschaft ist um eine Attraktion reicher. Im neu eröffneten Goldmuseum unweit der Alten Oper dreht sich alles um das kostbare Edelmetall - und im angegliederten Restaurant mit Café & Tagesbar "Aureus" hat Gourmetkoch Christian Senff ein kulinarisches Schmuckstück für - so sagt er selbst - "exquisite Genussmomente" geschaffen.

Im erhabenen Ambiente einer denkmalgeschützten Stadtvilla des Goldhändlers Degussa hat der aus dem TV bekannte Küchenchef eine Restauration installiert, die ihren einnehmenden Charme aus einer konsequenten Harmonie der Kontraste bezieht: Architektonische Pracht trifft auf puristische Inneneinrichtung. Ein detailverliebtes Konzept, das die mit großer Sorgfalt gestalteten Speisekarten der UHL-Manufaktur einschließt: Ein feiner Hauch von Gold, der edel und anmutig, niemals aufgesetzt wirkt.

Speisekarten von UHL

Edle Speisekarten aus der UHL Manufaktur

Zauber des Minimalen – Weniger glänzt mehr

Aureus“ ist der Name einer antiken Goldmünze und die kleine „79“ oben links im Restaurant-Logo bezeichnet die Ordnungszahl des Elements Gold (Au) im Periodensystem. Gold ist im Restaurant natürlich präsent – aber stets dezent und wohl dosiert, nie protzig.

Die Raffinesse zeigt sich im Detail: In den winzigen Goldakzenten auf dem minimalistischen Tischgeschirr, im feinen Goldfaden, der die eigens angefertigte Oberbekleidung der Mitarbeiter durchwirkt, im subtilen Blattgolddekor auf besonderen Desserts und natürlich in der fein-ziselierten Schrift auf den Speisekarten der UHL-Manufaktur.

Bild zeigt Aureus Logo

Das Aureus Logo

Schlichte Möbel und kunstvoll bemalte Wände

Das „Aureus“ residiert auf zwei Etagen, streng genommen sogar auf drei. Das Erdgeschoss beherbergt das Café und die Tagesbar, eine Ebene darüber liegt das Restaurant mit 30 Plätzen – plus eben 25 Plätzen auf der dazugehörigen Dachterrasse mit beeindruckendem Blick über die Frankfurter Skyline.

Schlichte, petrolfarbene Polstersessel und dunkel gebeizte, massive Eichenholztische verströmen eine ruhige Gelassenheit – und bilden (wiederum) einen wunderbaren Kontrast zu den aufwendig gestalteten, indirekt beleuchteten Wandmalereien in sanften Pastellfarben. Es darf spekuliert werden, ob die dargestellten Landschaftsmotive tatsächlichen dem mystischen Eldorado nachempfunden sind. Schwierig nur insofern, da bis heute unklar ist, wo genau das sagenhafte Goldland genau zu verorten ist/war.

Aureus Restaurant innen

Die sagenhaften Wandmotive im Aureus

Event-Location mit 300 Goldbarren drumherum

Für Events und Veranstaltungen aller Art hält das „Aureus“ schließlich noch den Rothschild-Raum zur Verfügung. Die Location bezieht ihren besonderen „Kick“ aus der Architektur des Goldmuseums: Die „Goldkammer Frankfurt“ ist einem Stollen- oder auch Grabkammer-System nachempfunden, in deren einzelnen Höhlen ausgewählte Exponate und Schätze aus 5.000 Jahren Goldgeschichte gezeigt werden.

Ein separater Raum wurde für die 300 Goldbarren aus dem Besitz der Bankiersfamilie Rothschild hergerichtet – und diese im wahrsten Sinne des Wortes „wertvollen“ 120 Quadratmeter vermietet „Aureus“ für besondere Events.

Eine Küche mit der Leidenschaft für Kontraste

Rein statisch betrachtet kochen Küchenchef Christian Senff und sein Team im Restaurant also auch auf einem „Fundament aus Gold“. Während die Schätze in den „Grabkammern“ des Museums unten ihre überwältigende Schönheit oft durch kunstfertige Verzierungen, abenteuerliche Schnörkel und überschwängliche Ornamente erhalten, setzt der „Aureus“-Chef auf eine Küche „ohne Chichi“.

Christian Senff bei der Arbeit:

„Meine Liebe gilt dem Zusammenspiel qualitativ hochwertiger Zutaten,“ erklärt der telegene Koch. „Dabei ist das Spiel mit Kontrasten sicher inzwischen zu einem meiner bekanntesten Markenzeichen geworden. Die Fokussierung auf knusprig und weich, auf heiß und kalt, auf süß und sauer oder salzig schafft sensationelle Erlebnisse – wenn die Qualität der Lebensmittel stimmt.“

Christian Senff – freier Küchenchef mit eigener TV-Gemeinde

Christian Senff hat seine Ausbildung im Deidesheimer Hof bei Sternekoch Manfred Schwarz absolviert, der als sein Mentor seine „Faszination entfachte“, wie Senff heute sagt. Der gebürtige Thüringer verbrachte anschließend seine „Wanderjahre“ in Restaurants unter Leitung von Christian Bau und Kolja Kleeberg, von Philipp Wolter, Nelson Müller und Bernd Siener – bevor er seit 2010 als freier Küchenchef kocht. Und durch seine diversen Ausflüge ins Fernsehen (Sat1 und RTL, Pro7 und Kabel1) eine größere Bekanntheit erreichte.

Tisch Deko Aureus

Regionale Zutaten sind verantwortungsvoller als exotische

„Selbstverständlich hat es seinem Reiz, mit exotischen und ausgefallenen Lebensmitteln zu experimentieren,“ erklärt Christian Senff, „nur – ist das auch immer sinnvoll? Ich betrachte es nicht nur als Teil meiner Verantwortung als Mensch, sondern auch als wesentliches Element meiner Küchenkultur, mir Gedanken über Region und Jahreszeiten, über Nachhaltigkeit und über die Herstellungsarten von Lebensmitteln zu machen.“

Auf den stilsicher ausgewählten Speisekarten und Rechnungsmappen der UHL-Manufaktur finden sich im „Aureus“ daher beispielsweise Ikarimi-Lachs in einer Zubereitung mit den sieben Kräutern der berühmten Frankfurter Grünen Sauce, Kalbsravioli mit geröstetem Blumenkohl oder „fluffiger“ Bienenstich mit Waldbeeren und gesalzenem Mandelkrokant.

„Aureus“-Café – eine himmlische Verführung

Apropos Bienenstich: Das Aureus-Café im Erdgeschoss ist eine einzige süße Verführung. Es hat täglich geöffnet und duftet unwiderstehlich nach selbstgebackenem Kuchen, Pralinen aus eigener Herstellung und unglaublich aromatischen Kaffee-Spezialitäten. Wer sich von den 500 Goldartefakten im Museum hat verzaubern lassen, findet hier eine heiter-gelassene Oase zum Entspannen.

„Entschleunigung“ ist übrigens auch ein Wort, das auf den einführenden Worten der Restaurant-Speisekarte aus der UHL-Manufaktur großgeschrieben wird. „Zeit zum Abschalten und für den Genuss“ lautet das Credo des „Aureus“. Und vielleicht ist das ja heute viel kostbarer als all das glänzende Geschmeide aus 5.000 Jahren.

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