Österreichs Rebsorten – von Grüner Veltliner bis Traminer

Österreichischer Wein stammt oft aus sehr guten Lagen, die in voller Ausreifung Spitzenweine hervorbringen können und eine große Diversität haben. Er glänzt unter anderem mit international geschätzten Rebsorten wie Riesling, Weißburgunder, Traminer, Pinot Noir, Merlot, Cabernet Sauvignon, Syrah, Chardonnay und Gelbem Muskateller.

Qualitätswein aus Österreich wird dabei im Wesentlichen von 40 Rebsorten bestimmt: 26 weiße und 14 rote Sorten bilden die Basis des österreichischen Weins. Die Rotweinreben werden auf einem Drittel der Anbaufläche kultiviert, ein weiteres Drittel macht allein die autochthone und für Österreich bedeutendste Rebe Grüner Veltliner aus. Insgesamt verteilt sich die Anbaufläche auf fast 50.000 ha. Hier werden einige der wichtigsten Reben vorgestellt.

Grüner Veltliner

Diese Rebsorte ist unter anderem auch als Weißgipfler, Feldinger und historisch als Grüner Muskateller bekannt. Sie gilt als österreichische Nationalrebe. Die Weißweinrebe ist in Österreich autochthon, also heimisch und in ihrem Anbaugebiet ursprünglich entstanden. Sie wird auf einer Anbaufläche von über 14.000 ha in Niederösterreich vom Donaugebiet bis ins Weinviertel angebaut, findet sich aber auch im Burgenland.

Die Rebsorte, die die Basis für einen frischen, trockenen und lagerfähigen Wein bildet, ist Grundlage weltweit anerkannter Spitzenweine und lässt sich bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurückverfolgen. Es handelt sich um eine natürliche Kreuzung aus Traminer und St. Georgen Reben.

Die über 500 Jahre alte Mutterrebe konnte 2011 nochmals zum Austreiben gebracht werden nachdem diesen von Vandalen schwer beschädigt wurde. Die Entdeckung der „Mutterrebe“ in St. Georgen im Burgenland galt als weinhistorische Sensation.

Grüner Veltliner Wein zeichnet sich durch eine fruchtig-pfeffrige Note bei intensivem Bouquet und einem angemessenen Säuregehalt aus. Der Wein passt deshalb zu vielen Speisen und sollte in Weinkarten nicht fehlen.

Riesling

Weißer Riesling oder Rheinriesling sind Synonyme für diese Rebsorte, die vermutlich ursprünglich aus am Rhein wachsenden Wildreben entwickelt wurde. Die Rebe liebt besonders Steilhänge in nördlicheren Lagen. In Österreich wird sie vor allem in der Wachau kultiviert. Mit einer Anbaufläche von knapp 2.000 ha zählt sie zu den feinen Liebhabersorten.

Das liegt auch daran, dass die spät reifende Rebsorte an die Lage relativ hohe Ansprüche stellt. Sie ist eher hitze- als frostempfindlich. Je nach Bodenbeschaffenheit bildet sich eine komplexe Säurestruktur bei allgemeiner pikanter, frischer Würze mit deutlich wahrnehmbaren Fruchtnoten von Steinobst und Marillen aus. Bei älteren Weinen kommen petrolische Noten vor. Der Wein ist gut lagerfähig. Die Rebsorte kann auch die Basis von süßen Eisweinen und Schaumweinen bilden.

Welschriesling

Diese Rebe ist nicht mit der Riesling-Rebe verwandt. Ihre Heimat wird in Norditalien vermutet, weshalb sie auch unter anderem den Namen Riesling Italico trägt. Lesen Sie dazu auch – Preisgekrönte italienische Weine.
Verwandt ist sie mit dem Elbling. Die spätreifende Welschriesling Rebe hat eine große Spannbreite als Grundlage von regionalen Qualitätsweinen: Im Weinviertel ist vor allem ein säurebetonter Sekt verbreitet, in der Steiermark eine robuster Schankwein und im Burgenland ein edelsüßer Prädikatswein.

Auf knapp 3.500 ha wird die Rebe in Österreich angebaut. Ihren Charakter kann man mit würziger Frische, mit grünem Apfel, Zitrusaromen und einem Hauch von Heublumen beschreiben. Eine lebendige Säure ist ebenso prägend wie bei Prädikatsweinen ein überzeugender pikanter Duft.

Müller-Thurgau

Die Müller-Thurgau oder Rivaner Rebe ist eine Zuchtrebe aus dem Schweizer Kanton Thurgau. Der Botaniker Hermann Müller-Thurgau züchtete sie ersten Erkenntnissen nach 1882 vor allem aus Riesling und Silvaner Reben. Es gibt heute auch Sorten aus Traminer, Elbling und weiteren Reben. Man weiß heute, dass der ursprüngliche Müller-Thurgau aus Riesling und Madeleine Royale Reben herausgezüchtet wurde.

Die Madeleine Royale Rebe ist ihrerseits eine Kreuzung aus Pinot und Trollinger. Die frühreifende Rivaner Rebe bildet oft die Grundlage für Primeur und Jungweine, kann aber bei weiterer Ausreifung auch die Grundlage für Prädikatsweine bilden. Müller-Thurgau Reben werden in Österreich auf rund 2.000 ha gezogen. Der Wein ist blumig-fein mit wenig Säure, recht süffig und von muskiertem Bouquet. Der Abgang wird gern als elegant beschrieben.

Weißburgunder

Weißburgunder, Pinot Blanc oder weißer Burgunder – die Rebe ist international bekannt und geschätzt. Man vermutet ihre Heimat zwischen Rhonetal und Genfer See. Das Schweizer Kanton Wallis betrachten die Rebe als traditionelle Rebsorte, wohl auch, weil sie eine Mutation der mehr als 2.000 Jahre bekannten Rebe Pinot Noir ist.

Zisterzienser Mönche brachten sie im Mittelalter unter anderem in den Rheingau. In Österreich wird sie auf rund 2.000 ha kultiviert. Weißburgunder Wein gilt als gehaltvoll, der als Altwein die höchsten Qualitätsstufen erreicht. Reife Äpfel können das Bouquet bilden, im Alter aber auch Nuss- und Mandeltöne. Die Säure ist in nördlicheren Anbaugebieten ausgeprägt. Der hohe Zuckergehalt der Rebsorte macht auch Prädikatsweine möglich.

Chardonnay

Die Trauben zählen zu den weltweit bekanntesten, was auch ihrer Anpassungsfähigkeit an verschiedene Anbaugebiete zu verdanken ist. In Österreich wird sie auf etwa 2.000 ha kultiviert. Als natürliche Kreuzung aus der Heunisch und der Pinot Traube ist sie seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Die Traube reift in mittlerer Zeit bis mittelspät aus. Je nachdem, ob die Traube im Holz oder nicht reifen konnte, bilden sich fruchtig-elegante Würznoten bis buttrige Röstaromen aus. Der Wein besticht durch Körperreichtum und je nach Reifegrad komplexe Aromen. Kalkreiche Böden sind für die volle Geschmacksentfaltung besonders förderlich.

Sauvignon Blanc

Die weltweit verbreitete Rebsorte gilt nach dem Chardonnay als zweitwichtigste Weißweintraube im globalen Vergleich. In Österreich ist sie mit etwa 1.500 ha Anbaufläche nicht ganz so bedeutsam. Dafür entstehen auf den speziellen Böden der Steiermark aus ihr echte Spitzenweine.

Entstanden ist die Sauvignon Blanc Rebe aus einer natürlichen Kreuzung von Traminer und Chenin Blanc Trauben. Gut ausgereift bilden sich eine schwarz-johannisbeerige Noten aus. Der Wein glänzt mit reichem Körper und frischer, reicher Säure. In Barriques gereift kommt die feine Holznote dazu.

Muskateller

Diese Rebsorte zählt zu den ältesten Traubensorten überhaupt und bildet eine große Familie. In Österreich wird Gelber und Roter Muskateller auf knapp 1.000 ha kultiviert. Auf den österreichischen Anbauflächen dominieren in den Weinen florale Noten, abwechselnd mit frischen Zitrusakzenten sowie im Bouquet das charakteristische Muskatparfüm. Die Fruchtsäure ist lebendig ausgeprägt und macht Muskateller-Wein auch zu einem ausgezeichneten Aperitif.

Neuburger

Die Neuburger Rebe ist wie die Grüner Veltliner Traube in Österreich autochthon. Sie hat sich als natürliche Kreuzung aus der Roten Veltliner Traube und der Silvaner Traube entwickelt. Sie wird nur noch auf knapp 500 ha angebaut, auch, weil sie anfällig für eine bestimmte Krankheit ist. Der Name geht zurück auf den Spitzer Burgberg in der Wachau, wo die Rebe erstmalig in größerem Stil kultiviert worden sein soll.

Die Rebe liebt trockene Anbaugebiete wie im Spitzer Graben und in der Thermenregion Österreichs. Der Wein präsentiert sich mild, voll und harmonisch-elegant. Reife Weine können auch ein nussiges Aroma entwickeln.

Traminer

Vermutlich haben bereits die Römer aus wilden Traminer Trauben Wein gewonnen. Die Rebsorte gehört zu den in den Mitteleuropa entstandenen Ur-Rebsorten und ist in vielen Ländern bekannt. Namensgebend ist der Ort Tramin in Südtirol. Die Traminer Rebe war vielfach durch natürliche oder bewusste Kreuzung an der Entstehung anderer Rebsorten beteiligt, unter anderem am Grünen Veltliner.

In Österreich findet sie in der Steiermark auf den vulkanischen Böden rund um Klöch ideale Bedingungen für einen sehr guten Wein. Kaum 300 ha Anbaufläche nehmen Traminer Trauben in Österreich ein. Dennoch entstehen in den Variationen Gelber, Roter sowie Gewürztraminer ausgezeichnete Weine. Alle Variationen bringen voll ausgereift wunderbare Aromen hervor. Dabei besticht der Gelbe Traminer mit Noten von Rosen, Kräutern und Zitrusfrüchten. Der Rote Traminer erinnert ebenfalls an Rosen, aber an die dezenteren-eleganten Wildrosen. Vom Gewürztraminer kann man würzig-kraftvolle Akzente mit einem Bouquet von Rosenblüten sowie exotischen Früchten erwarten.

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